Montag, 7. September 2015

Schlafplatz am Los Bañales Aquaduct in Aragonien

Wir hatten die Bardenas Reales verlassen und kamen nun in die Region Aragonien. Hier wollten wir einen Track unseres Freundes Fabian in Richtung Huesca fahren und auf dem Weg einen Schlafplatz suchen.

Wir waren eine knappe halbe Stunde unterwegs und bereits auf Schotterpisten in der Landschaft, als uns ein altes Aquädukt neben der Strecke auffiel. Wir entschieden uns für einen Besuch und stellten vor Ort fest, dass dies auch ein prima Übernachtungsplatz wäre, denn weit und breit war niemand zu sehen, geschweige denn Dörfer oder Häuser.

Zunächst schauten wir uns erstmal um und begutachteten das alte Bauwerk. Die römische Stätte Los Bañales liegt in der Gemeinde Uncastillo, ganz in der Nähe der Stadt Layana. Es handelt sich um die bedeutenden Ruinen einer städtischen Ansiedlung in der Römerzeit, die mehrere Villen und öffentliche Gebäude wie Thermen, einen Tempel, ein Forum und ein Aquädukt enthielt.

Neben den privaten Wohnhäusern wurden Teile des Tempels (eine Mauer, Galerie, Säulenfragmente, eine weiße Marmorstatue), der Hydraulikanlage (Stauwehr, 32 Pilaster aus Quadersteinen, Zisterne), des Forums (zwei Säulen im toskanischen Stil, Häuserreste und Straßen mit Gehwegen) und, vor allem, des Thermengebäudes gefunden.

Wir standen hier direkt neben dem Aquädukt und die Sonne senkte sich allmählich und tauchte den Himmel und die Landschaft in ein schönes Rot. Wir bauten unser Lager auf, machten und etwas zu Essen und genossen die Ruhe und den Abend im Zelt. Zu späterer Stunde bewunderten wir noch den klaren Sternenhimmel, denn eine Lichtverschmutzung gab es hier nicht.













Durch die Halbwüste Bardenas Reales

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir endlich die Halbwüste Bardenas Reales, die wir einmal von West nach Ost durchqueren wollten. 

Charakteristisch für die Bardenas Reales ist die bizarre Landschaft, die zu einem großen Teil aus ockerfarbenem Lehm besteht. Dieser Lehm ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres, welches durch die tektonische Hebung der Iberischen Platte nach und nach verlandete. Die Sedimentschichten der Bardenas Reales de Navarra sind jedoch nicht homogen aus Lehm, sondern bestehen teilweise auch aus härteren Sandstein- und Kalksteinschichten. Durch den Abfluss von Wasser aus den Pyrenäen in das Mittelmeer erodierten die Sedimentschichten unterschiedlich und es bildeten sich die für die Bardenas typischen Barrancos (ausgetrocknete Flussbetten) und bizarre Bergformen heraus. Beispiele hierfür sind der bekannte Castil de Tierra oder der Barranco Grande.

Wir fuhren erstmal drauf los und hielten uns an mehrere topografische Karten die wir dabei hatten. Schnell wurde aber klar, dass durch Ausspülungen viele der gezeichneten Wege nicht befahrbar waren.

Und so führte uns die Tour immer wieder in kleine Sackgassen oder tatsächlich schwierige Passagen rein. Teils mussten wir weggespülte Wege offroad umfahren, was uns natürlich auch Spaß machte. Die etwas größeren touristischen Wege versuchten wir zu meiden, denn hier fuhren tatsächlich einige Touristen zu den markanten Orten.

Unterwegs trafen wir auch auf die bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Castil de Tierra oder ein paar Ruinen, die auch schon in Werbespots oder Filmproduktionen zu sehen waren.

Fast drei Stunden hielten wir uns hier in der Halbwüste auf ehe wir sie bei Cabaña de El Paso in nordöstlicher Richtung verließen. Es war hier auf jeden Fall sehr sehenswert und wir konnten bzw. mussten tatsächlich auch mal offroad unterwegs sein. Es war nun schon wieder Abend und wir machten uns auf die Suche nach einem schönen Schlafplatz in der Natur, denn viel los ist hier nicht.

















Durch die Provinz Navarra nach Pamplona

Von der Grenzüberquerung an der Küste verlief unser Weg dann durch die Provinz Navarra, eine Region in Nordspanien mit einer abwechslungsreichen Geografie und zahlreichen entlegenen Dörfern. Hauptstadt und größter Ort ist Pamplona, das für seinen jährlichen Stierlauf berühmt ist. Hier gibt es Befestigungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert, die gotische Kathedrale von Pamplona und das Museo de Navarra mit Archäologie- und Kunstsammlungen.

Die Geografie änderte sich tatsächlich schnell und wir fuhren anders als durch eher flache Frankreich nun durch schöne Gebirge und Schluchten. 

Pamplona erreichten und durchfuhren wir gegen 14 Uhr nur, denn unser Ziel war die Bardenas Reales, eine Halbwüste im Süden der Navarra, die eine Fläche von 415 km² umfasst. Immerhin konnten wir aber einen Blick auf die Kathedrale von Pamplona aus der Ferne werfen.

Kurz vor der Halbwüste hielten wir nochmal auf einem kleinen Parkplatz mit ein wenig Schatten. Es war hier unglaublich heiß und wir brauchten eine kleine Stärkung, bevor es dann in eine eher karge Landschaft gehen sollte.



 


Aufstehen und über Biarritz nach Spanien

Gegen 9 Uhr standen wir auf, machten uns frisch, frühstückten und brachen gegen 10 Uhr auf in Richtung Biarritz, einem beliebten Badeort am Golf von Biskaya. Zunächst hielten wir aber noch an einem E.Leclerc Supermarkt in Mimizan und tankten hier auch nochmal voll, denn es stand heute eine lange Überfahrt vor uns.

Knapp zwei Stunden später erreichten wir die Playa de Biarritz und La Grande Plage, an denen wir langsam vorbeifuhren. 

Auch am Rocher de la Vierge (Jungfrauenfelsen) kamen wir vorbei. Er ist ein von einer weißen Madonna mit Kind gekröntes, von Wasser umschlossenes Felsenriff an der französischen Atlantikküste und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen des Seebads Biarritz. 

Ab Biarritz folgten wir den Straßen entlang der Küste, immer mit schönen Ausblicken aufs blaue Meer, bis wir bei Behobia den Fluss Bidasoa und damit die französische / spanische Grenze überschritten.








Sonntag, 6. September 2015

Schlafplatz auf dem Camping Mimizan-Plage

Es war schon spät, die Sonne war nun untergegangen und wir benötigten dringend einen Schlafplatz. Es war wieder ein ereignisreicher Tag und wir waren beiden auch ko. 

Wir schauten auf der Karte nach einem nahegelegenen Campingplatz und fuhren diesen auch direkt in Mimizan-Plage an. Hier konnten wir einen schönen ruhigen Platz ergattern. Es war nun schon 21:30 Uhr und wir verspeißten erstmal die restliche Pizza von heute Mittag, die wir aus Bordeaux mitnehmen durften.

Mit einem kalten Pils liefen wir dann eine Runde über den Campingplatz, denn man hörte in der Ferne ein wenig Party. Hier hatte sich wohl ein Surfercamp ausgebreitet und feierte in den zahlreichen Zelten. 

Zurück am Wagen entschieden wir uns dann für eine frühe Nachtruhe, etwas Kräfte für die kommenden Tage sammeln.




Sonnenuntergang in Mimizan-Plage

Der kleine Badeort Mimizan-Plage ist eine wahre Perle an der hiesigen Küste und verfügt über 10 km feinen Sandstrand. Von der Dune du Pilat fuhren wir gegen 19:30 Uhr los entlang der Küste hier hin, denn die Sonne stand schon tief und den Ort wollten wir zumindest kurz mal gesehen haben.

Gegen 20:20 Uhr hielten wir oben an den Dünen in Mimizan-Plage, um den wunderschönen Sonnenuntergang am feinen Sandstrand zu genießen, denn es wird wohl erstmal der letzte am Meer sein für diese Tour. Wir beobachteten einen Kite-Surfer, dem Christian dann kurzerhand beim Anlanden half. 

Nachdem die Sonne verschwunden war, gingen wir auf die Suche nach einem Schlafplatz.








Dune du Pilat

In knapp 50 Minuten fuhren wir von Bordeaux zur Dune du Pilat, wo wir gegen 18:15 Uhr ankamen.

Die Dune du Pilat (auch Grande Dune du Pilat) an der Atlantikküste bei Arcachon ist die höchste Wanderdüne Europas. Sie hat einen Nord-Süd-Verlauf und ist bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit, etwa 2,7 Kilometer lang und liegt an der Meeresöffnung des Bassin d’Arcachon, südlich des Städtchens Arcachon und des Vorortes Pyla sur Mer. Auf der Westseite (zum Meer) hat sie eine Steigung von zwischen 5° und 20°, die Ostseite fällt stark ab (30° bis 40°).

Heute besuchen jedes Jahr deutlich mehr als eine Million Touristen die Düne. Sie gilt damit als das Naturdenkmal mit den zweitmeisten Besuchern in Frankreich, nach dem Mont-Saint-Michel in der Normandie.

Wir parkten am nordöstlichen Parkplatz und stiegen von dort die Steilen Dünen hinauf, was aufgrund des Sandes ziemlich anstrengend war. Der Ausblick von oben entschädigte aber die Anstrengung.