Donnerstag, 3. September 2015

Omaha Beach

Vom Soldatenfriedhof ging es anschließend zum Omaha Beach und dem dortigen Mahnmal. US-amerikanische Truppen landeten am 6. Juni 1944 (D-Day) im Rahmen der Operation Neptune an dieser Landungszone, für die die Stadt Omaha in den USA namensgebend war.

Omaha Beach – mit den zehn Kilometern Strand zwischen der Mündung der Vire bei Vierville-sur-Mer und dem kleinen Fischerhafen von Port-en-Bessin der längste Frontabschnitt der alliierten Landung – war in acht Zonen unterteilt, von West nach Ost codiert als Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red (mit rund 2,2 km die längste), Fox Green und Fox Red.

Das westliche Drittel des Strandes wurde durch einen 3 Meter hohen Wall begrenzt, und der komplette Strand endete an 30 Meter hohen Klippen. Es gab fünf Ausgänge (Exits) ins Hinterland. Der am besten befestigte war eine gepflasterte Straße in einer Schlucht, die nach Vierville-sur-Mer führte. Zwei waren nur einfache, unbefestigte Wege und zwei weitere waren die schmalen, unbefestigten Straßen zu den Dörfern Colleville-sur-Mer und Saint-Laurent-sur-Mer. 

Am Omaha Beach des amerikanischen Sektors ist die Situation schwierig, da die Strände von Omaha sich für die Truppen der 1. und 29. Division als sehr tückisch erweisen.

Der erste Ansturm der Alliierten stößt auf heftige Gegenwehr, sehr viele der Soldaten dieser ersten Gruppe fallen. Die Soldaten des zweiten Ansturms finden Ihre Kameraden verwundet oder gefallen am Strand vor, ein traumatischer Anblick. Unter herben Verlusten gelingt es den Soldaten, die steile Uferböschung oberhalb des Strandes zu erklimmen und die Stacheldrahtzäune aufzusprengen. Gegen Mittag gelingt es ihnen, den Gegner von hinten anzugreifen, dies ermöglicht den Alliierten schließlich, die Kämpfe für sich zu entscheiden.

 






Cimetière Américain de Normandie - Colleville-sur-Mer

Von Caen fuhren wir dann direkt zum Omaha-Beach, jenem Landungsstrand des D-Days, wo es am meisten Opfer auf Seiten der Alliierten gab. Erster Halt war dann auch der Amerikanische Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer.

Das World War II Normandy American Cemetery and Memorial wurde als Ehrung für die während der Operation Overlord gestorbenen US-amerikanischen Soldaten am 8. Juni 1944 von der 1. US-Armee gebaut.

Der Friedhof befindet sich bei Colleville-sur-Mer in der Normandie, Frankreich. Er liegt östlich von Saint-Laurent-sur-Mer und nordwestlich von Bayeux, sowie etwa 274 km westlich von Paris. Das Areal umfasst 49 ha und beinhaltet 9387 Gräber. Besucher können den Friedhof von 9 bis 17 Uhr besichtigen.

An den Wänden des halbkreisförmigen Gartens auf der Ostseite des Denkmales sind die Namen von 1557 vermissten Amerikanern eingraviert. Das Denkmal besteht aus wiederum einer halbkreisförmigen Säulenreihe mit einer Loggia an jedem Ende und enthält Karten und Berichte der Militäreinsätze. Im Zentrum ist eine Bronzesäule aufgestellt, auf der „Geist der amerikanischen Jugend“ steht. Westlich vom Denkmal liegen das Gräberareal sowie eine kreisförmige Kapelle. Hinter der Kapelle sind Säulen aufgestellt, die die Vereinigten Staaten sowie Frankreich repräsentieren. Mit Theodore Roosevelt junior ist hier einer der höchst dekorierten Soldaten der US-Geschichte bestattet, ebenso sein schon im Ersten Weltkrieg gefallener Bruder Quentin Roosevelt. 












 




Mémorial de Caen

Die Stadt Caen war unser nächstes Ziel, auch wenn es sicher hunderte interessante Punkte hier in der Normandie gäbe, die wir auf dem Weg dorthin hätten schon ansteuern können. Aber unsere Tour um Frankreich ist noch lang und wir können nur einen Schnelldurchgang durchziehen.

In Caen besuchten wir das Mémorial de Caen, ein großes Museum. Es dokumentiert die Operation Neptune mit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 (D-Day) in der Normandie und die folgenden Kämpfe zur Befreiung der Normandie von der deutschen Besatzung, und bettet dies in die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg bis zum Mauerfall ein.

Allerdings haben wir uns das Museum selbst nicht angesehen, sondern sind über die Eingangshalle in den unterirdischen Bunkerkomplex, dem Kommandoposten des deutschen Generalleutnants Wilhelm Richter, dem Verantwortlichen für die Verteidigung der Strände an der Küste des Calvados.










Durchfahrt durch Le Havre und Überfahrt über die Pont de Normandie

Wir setzten unseren Weg in Richtung Normandie fort und fuhren einmal durch die Stadt Le Havre, welche den zweitgrößten Hafen Frankreichs hat und die größte Stadt der Normandie ist. Unser Weg führte also einmal entlang der Strandpromenade und dann durchs Hafengebiet, ehe wir in Richtung Caen weiterfuhren. Aufgehalten haben wir uns in Le Havre nicht.

Die Seine überquerten wir über die Pont de Normandie, einer großen Schrägseilbrücke, die mit 856 m die größte Spannweite in Europa besitzt. Sie überquert die Seinemündung und verbindet Le Havre (damals Haute-Normandie) auf dem rechten Ufer im Norden mit Honfleur (damals Basse-Normandie) auf dem linken Ufer im Süden. Die Brücke wurde in den Jahren 1988 bis 1994 gebaut und am 20. Januar 1995 eingeweiht.




 



Mémorial de Bruneval

Von Étretat fuhren wir dann weiter an der Küste entlang. Bei Bruneval sollte eine Gedenkstätte für eine Landungsoperation vom Zweiten Weltkrieg liegen, die wir uns mal ansehen wollten.

Das Mémorial de Bruneval befindet sich genau an der Stelle, an der eine der Episoden der Operation Biting (27. und 28. Februar 1942) stattfand: der Angriff auf die deutschen Verteidigungsanlagen, die den Zugang zum Strand versperrten. 

Hier erbeutete ein britisches Kommando unter Mitwirkung französischer Résistance-Kämpfer am 27. Februar 1942 wichtige Bestandteile eines „Würzburg“-Radars der Wehrmacht. Bei der Operation Biting landeten die Truppen nachts mit Fallschirmen und überfielen die deutsche Stellung. Mit den demontierten Bauteilen und einem gefangenen Techniker kehrten die Soldaten in Booten nach England zurück. 

General de Gaulle weihte am 30. März 1947 ein erstes Denkmal ein. Die Anlage wurde 1975 neu gestaltet und zwei Jahre später durch die Charles-de-Gaulle-Treppe ergänzt. Im Juni 2012 wurde das Denkmal von Kenneth Holden, einem der letzten Veteranen des Überfalls, eingeweiht. Sie wurde von der Vereinigung Bruneval 42 erdacht, vom Architekten Bruno Saas entworfen und von der Stadtverwaltung von Saint-Jouin-Bruneval realisiert.






Kreidefelsen von Étretat

Nach dem Zusammenpacken fuhren wir los und kamen schon bald in Étretat an, welches für seine Kreidefelsen bekannt ist. Wir hielten an der Chapelle Notre-Dame-de-la-Garde etwas oberhalb des Ortes, wovon wir einen guten Blick auf den Ort und die Kreidefelsen hatten.







Sonnenaufgang und Frühstück

Nach einer ruhigen Nacht weckt uns die aufgehende Sonne, die über der Steilküste aufgeht. Wir stehen aud und machen uns Frühstück. Gleich wollen wir in Richtung Normandie weiterfahren und unterwegs immer mal interessante Punkte anfahren.