Donnerstag, 3. September 2015

Vorbeifahrt an der "Dead Man’s Corner"

Kurz hinter Carentan und vor Saint-Côme-du-Mont fuhren wir auf die Dead Man’s Corner zu, welche eine Straßenkreuzung etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Caen in der französischen Normandie bezeichnet. Sie wurde nach der Schlacht um Carentan geprägt und der Name wurde für das daran erinnernde gleichnamige Museum adaptiert, welches nebenan liegt.

Am Morgen des 6. Juni 1944 sprangen 13.000 Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision und der 82. US-Luftlandedivision über der Normandie ab. Durch schlechte Witterungsbedingungen und Beschuss durch deutsche Flugabwehr wurden die Springer jedoch ungenau abgesetzt.

Bis zum Morgen des 7. Juni 1944 waren die Soldaten aus Saint-Côme-du-Mont kommend bis kurz vor die Stadt Carentan gelangt. Als der erste Panzer, ein Light Tank M5 des 70. Panzerbataillons, die Kreuzung überqueren wollte, wurde er durch Soldaten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 abgeschossen. Ein Turmtreffer setzte das Fahrzeug außer Gefecht und tötete den Panzerkommandanten. Die Leiche des Mannes blieb noch mehrere Tage im Turm des Panzers hängen. Die amerikanischen Fallschirmjäger sprachen zunächst von der „corner with the dead man in the tank“ („Die Ecke mit dem Toten im Panzer“), aber schnell wurde daraus „Dead Man’s Corner“.

Das Haus, welches heute beinahe unverändert dort steht, wurde von den Soldaten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 immer wieder als Gefechtsstand und Verwundetensammelstelle genutzt. Es beinhaltet heute das „Paratrooper Museum and Memorial“.





101st Airborne Division Memorial Carentan

Nach dem Besuch von Omaha Beach fuhren wir zur Stadt Carentan. Knapp eine Woche nach dem D-Day sollte die 101st Airborne Division, bekannt aus der Fernsehserie "Band of Brothers" die Stadt von den deutschen Truppen erobern und einnehmen. Auf deutscher Seite war das Fallschirmjägerregiment 6 unter dem Kommandeur Major Freiherr von der Heydte und schließlich die 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ eingesetzt. Die Kampfhandlungen werden in Folge 3 der Serie gezeigt. 

Im Ort steht ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten der Befreiungsaktion, welches wir uns kurz ansahen. Lange aufgehalten haben wir uns allerdings nicht im Ort, denn es standen noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste. Wir verließen Carentan in Richtung Saint-Côme-du-Mont, woher auch damals der Vorstoß der 101st Airborne Division startete.







La Pointe du Hoc

Knapp 10km weiter kamen wir zum Pointe du Hoc, ein 500 Meter langer und etwa 30 Meter hoher Abschnitt an der Steilküste an der Calvadosküste in der Normandie in Frankreich, etwa 6,4 Kilometer von dem von den Alliierten Omaha Beach getauften Strandabschnitt entfernt.

Hier befand sich eine deutsche Stellung mit sechs 155-mm-Feldkanonen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah und Omaha Beach unter Beschuss hätten nehmen können. Obwohl die Stellungen oft von Bomberverbänden und Schiffsartillerie angegriffen wurden, hielten die starken Befestigungen deren Beschuss stand. Deshalb wurde dem US-amerikanischen 2. Rangerbataillon der Auftrag gegeben, die 30 Meter hohe Steilküste zu erklimmen und die Geschütze am Morgen des D-Day zu vernichten.

Die Deutschen leisteten jedoch verbissen Widerstand und warfen mit Felsbrocken und Handgranaten auf die heraufkletternden Amerikaner. Gegen 7:15 Uhr erreichten die ersten Ranger das Kliff in Höhe der zerstörten Flak-Stellung und richteten sich zur Verteidigung ein. Nach weiteren 20 Minuten waren alle Männer oben.

Auf dem Felsplateau bot sich ihnen ein Anblick der Zerstörung, verursacht durch Granaten und Bomben der alliierten Kriegsschiffe. Diese lagen im Ärmelkanal vor der normannischen Küste und hatten die Pointe du Hoc von dort aus beschossen. Jedoch fand das Ranger-Bataillon vor Ort keine gegnerischen Waffen, da diese vorher von den deutschen Soldaten weggebracht wurden. Um die Mittagszeit war die Pointe du Hoc in amerikanischer Hand.










 


 



Musée Mémorial d'Omaha Beach

Kurz vor dem Omaha Beach Mahnmal hatte ich das Musée Mémorial d'Omaha Beach am Straßenrand gesehen, wo ein Sherman Panzer und weitere Kanonen ausgestellt waren. Das Museum besuchten wir nicht, aber für ein paar Fotos musste ich nochmal kurz zurück. Dann ging die Fahrt am Omaha Strand für uns weiter.






Omaha Beach

Vom Soldatenfriedhof ging es anschließend zum Omaha Beach und dem dortigen Mahnmal. US-amerikanische Truppen landeten am 6. Juni 1944 (D-Day) im Rahmen der Operation Neptune an dieser Landungszone, für die die Stadt Omaha in den USA namensgebend war.

Omaha Beach – mit den zehn Kilometern Strand zwischen der Mündung der Vire bei Vierville-sur-Mer und dem kleinen Fischerhafen von Port-en-Bessin der längste Frontabschnitt der alliierten Landung – war in acht Zonen unterteilt, von West nach Ost codiert als Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red (mit rund 2,2 km die längste), Fox Green und Fox Red.

Das westliche Drittel des Strandes wurde durch einen 3 Meter hohen Wall begrenzt, und der komplette Strand endete an 30 Meter hohen Klippen. Es gab fünf Ausgänge (Exits) ins Hinterland. Der am besten befestigte war eine gepflasterte Straße in einer Schlucht, die nach Vierville-sur-Mer führte. Zwei waren nur einfache, unbefestigte Wege und zwei weitere waren die schmalen, unbefestigten Straßen zu den Dörfern Colleville-sur-Mer und Saint-Laurent-sur-Mer. 

Am Omaha Beach des amerikanischen Sektors ist die Situation schwierig, da die Strände von Omaha sich für die Truppen der 1. und 29. Division als sehr tückisch erweisen.

Der erste Ansturm der Alliierten stößt auf heftige Gegenwehr, sehr viele der Soldaten dieser ersten Gruppe fallen. Die Soldaten des zweiten Ansturms finden Ihre Kameraden verwundet oder gefallen am Strand vor, ein traumatischer Anblick. Unter herben Verlusten gelingt es den Soldaten, die steile Uferböschung oberhalb des Strandes zu erklimmen und die Stacheldrahtzäune aufzusprengen. Gegen Mittag gelingt es ihnen, den Gegner von hinten anzugreifen, dies ermöglicht den Alliierten schließlich, die Kämpfe für sich zu entscheiden.

 






Cimetière Américain de Normandie - Colleville-sur-Mer

Von Caen fuhren wir dann direkt zum Omaha-Beach, jenem Landungsstrand des D-Days, wo es am meisten Opfer auf Seiten der Alliierten gab. Erster Halt war dann auch der Amerikanische Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer.

Das World War II Normandy American Cemetery and Memorial wurde als Ehrung für die während der Operation Overlord gestorbenen US-amerikanischen Soldaten am 8. Juni 1944 von der 1. US-Armee gebaut.

Der Friedhof befindet sich bei Colleville-sur-Mer in der Normandie, Frankreich. Er liegt östlich von Saint-Laurent-sur-Mer und nordwestlich von Bayeux, sowie etwa 274 km westlich von Paris. Das Areal umfasst 49 ha und beinhaltet 9387 Gräber. Besucher können den Friedhof von 9 bis 17 Uhr besichtigen.

An den Wänden des halbkreisförmigen Gartens auf der Ostseite des Denkmales sind die Namen von 1557 vermissten Amerikanern eingraviert. Das Denkmal besteht aus wiederum einer halbkreisförmigen Säulenreihe mit einer Loggia an jedem Ende und enthält Karten und Berichte der Militäreinsätze. Im Zentrum ist eine Bronzesäule aufgestellt, auf der „Geist der amerikanischen Jugend“ steht. Westlich vom Denkmal liegen das Gräberareal sowie eine kreisförmige Kapelle. Hinter der Kapelle sind Säulen aufgestellt, die die Vereinigten Staaten sowie Frankreich repräsentieren. Mit Theodore Roosevelt junior ist hier einer der höchst dekorierten Soldaten der US-Geschichte bestattet, ebenso sein schon im Ersten Weltkrieg gefallener Bruder Quentin Roosevelt.