Donnerstag, 3. September 2015

Richard D. Winters Memorial

Kaum losgefahren, kamen wir am Wegesrand am Richard D. Winters Memorial vorbei, wo wir ebenfalls kurz hielten und es uns ansahen.

Richard D. „Dick“ Winters (* 21. Januar 1918 in Lancaster, Pennsylvania; † 2. Januar 2011 in Campbelltown, Lebanon County, Pennsylvania) war ein Major der US Army. Während des Zweiten Weltkrieges befehligte er u. a. die Easy Company, 2. Bataillon, 506. US-Fallschirmjägerregiment der 101. US-Luftlandedivision. In der Serie Band of Brothers, die die Easy Company während des Zweiten Weltkrieges porträtiert, wurde er von Damian Lewis dargestellt.

Am 6. Juni 2012, dem 68. Jahrestag des D-Day, wurde hier in der Nähe von Sainte-Marie-du-Mont ein Gedenkstein mit einer Bronzestatue zu Ehren von Richard D. Winters enthüllt. Das Memorial ist, nach seinem Wunsch, allen jungen Offizieren gewidmet, die während der Landung in der Normandie gedient haben, bzw. gefallen sind. Eine genaue Kopie der Gedenkstätte wurde am 25. Mai 2015 in Ephrata, Pennsylvania, dem ehemaligen Wohnort von Richard D. Winters, eingeweiht. Beide Skulpturen wurden vom Bildhauer Stephen C. Spears geschaffen. 

Es war schon fast 19 Uhr und wir wollten noch unbedingt Utah Beach erreichen. Es ging also direkt weiter, um den Strandabschnitt während der letzten Sonnenstunden noch zu besichtigen.




Brécourt Manor Assault - Easy Company Memorial

Ein Stückweit neben der Brécourt Farm suchten wir das Easy Company Memorial auf, jener Einheit, die damals den Angriff auf die Geschützbatterie durchführte. 

Das Monument und Denkmal für die Easy Kompanie wurde 2008 am Schauplatz des damaligen Brécourt Manor Assaults angelegt. Es liegt an der Abzweigung von der Straße D14, Le Grant Chemin nach Brécourt Manor. Auf dem Gedenkstein sind die Namen der Gefallenen vom D-Day verewigt. Auch die Karte, die Dick Winters vom Angriff auf die Batterie gezeichnet hatte, wurde hier in Stein gemeißelt.

Im Hintergrund ist die Wiese zu sehen, in deren Gebüschen die Geschütze versteckt lagen. Die Kampfhandlungen bei Brécourt werden in der HBO Miniserie "Band of Brothers" im Teil 2 „Der erste Tag“ gezeigt.

Wir schlugen nun den Weg zum Utah Beach ein und schlängelten uns durch die schmalen Landstraßen nordwärts.










Manoir de Brécourt - die Farm Brécourt Manor

Am D-Day Morgen des 6. Juni 1944 schaltete eine kleine Patrouille der Easy Kompanie des 506th PIR unter der Führung von Lt. Richard D. Winters zwei deutsche Batterien von je vier 105mm Haubitzen des 2. Bataillons, des 191. Gebirgs-Artillerie-Regiments aus, die in der Nähe der Farm Brécourt Manor in ihren Stellungen standen. Die Farm, von der der Angriff ausging, lag etwas südlich der Batterien in der Nähe des Ortes Sainte Marie-du-Mont. Der sogenannte „Brécourt Manor Assault“ wird oft als klassisches Beispiel für die Taktik und Führung einer kleinen Einheit bei der Überwindung einer größeren gegnerischen Streitmacht angeführt.

Die Farm liegt an einer befahrbaren Straße unweit vom eigentlichen Schauplatz des Angriffs auf die Geschützbatterie. Die Farm darf nicht betreten werden. Die Kampfhandlungen bei Brécourt werden in der HBO Miniserie "Band of Brothers" im Teil 2 „Der erste Tag“ gezeigt.

Wir haben hier kurz gehalten und haben uns die Farm angesehen. In der Nähe soll aber noch ein Mahnmal für die Easy Kompanie stehen, welches wir nun aufsuchen werden.




Vorbeifahrt an der "Dead Man’s Corner"

Kurz hinter Carentan und vor Saint-Côme-du-Mont fuhren wir auf die Dead Man’s Corner zu, welche eine Straßenkreuzung etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Caen in der französischen Normandie bezeichnet. Sie wurde nach der Schlacht um Carentan geprägt und der Name wurde für das daran erinnernde gleichnamige Museum adaptiert, welches nebenan liegt.

Am Morgen des 6. Juni 1944 sprangen 13.000 Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision und der 82. US-Luftlandedivision über der Normandie ab. Durch schlechte Witterungsbedingungen und Beschuss durch deutsche Flugabwehr wurden die Springer jedoch ungenau abgesetzt.

Bis zum Morgen des 7. Juni 1944 waren die Soldaten aus Saint-Côme-du-Mont kommend bis kurz vor die Stadt Carentan gelangt. Als der erste Panzer, ein Light Tank M5 des 70. Panzerbataillons, die Kreuzung überqueren wollte, wurde er durch Soldaten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 abgeschossen. Ein Turmtreffer setzte das Fahrzeug außer Gefecht und tötete den Panzerkommandanten. Die Leiche des Mannes blieb noch mehrere Tage im Turm des Panzers hängen. Die amerikanischen Fallschirmjäger sprachen zunächst von der „corner with the dead man in the tank“ („Die Ecke mit dem Toten im Panzer“), aber schnell wurde daraus „Dead Man’s Corner“.

Das Haus, welches heute beinahe unverändert dort steht, wurde von den Soldaten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 immer wieder als Gefechtsstand und Verwundetensammelstelle genutzt. Es beinhaltet heute das „Paratrooper Museum and Memorial“.





101st Airborne Division Memorial Carentan

Nach dem Besuch von Omaha Beach fuhren wir zur Stadt Carentan. Knapp eine Woche nach dem D-Day sollte die 101st Airborne Division, bekannt aus der Fernsehserie "Band of Brothers" die Stadt von den deutschen Truppen erobern und einnehmen. Auf deutscher Seite war das Fallschirmjägerregiment 6 unter dem Kommandeur Major Freiherr von der Heydte und schließlich die 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ eingesetzt. Die Kampfhandlungen werden in Folge 3 der Serie gezeigt. 

Im Ort steht ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten der Befreiungsaktion, welches wir uns kurz ansahen. Lange aufgehalten haben wir uns allerdings nicht im Ort, denn es standen noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste. Wir verließen Carentan in Richtung Saint-Côme-du-Mont, woher auch damals der Vorstoß der 101st Airborne Division startete.







La Pointe du Hoc

Knapp 10km weiter kamen wir zum Pointe du Hoc, ein 500 Meter langer und etwa 30 Meter hoher Abschnitt an der Steilküste an der Calvadosküste in der Normandie in Frankreich, etwa 6,4 Kilometer von dem von den Alliierten Omaha Beach getauften Strandabschnitt entfernt.

Hier befand sich eine deutsche Stellung mit sechs 155-mm-Feldkanonen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah und Omaha Beach unter Beschuss hätten nehmen können. Obwohl die Stellungen oft von Bomberverbänden und Schiffsartillerie angegriffen wurden, hielten die starken Befestigungen deren Beschuss stand. Deshalb wurde dem US-amerikanischen 2. Rangerbataillon der Auftrag gegeben, die 30 Meter hohe Steilküste zu erklimmen und die Geschütze am Morgen des D-Day zu vernichten.

Die Deutschen leisteten jedoch verbissen Widerstand und warfen mit Felsbrocken und Handgranaten auf die heraufkletternden Amerikaner. Gegen 7:15 Uhr erreichten die ersten Ranger das Kliff in Höhe der zerstörten Flak-Stellung und richteten sich zur Verteidigung ein. Nach weiteren 20 Minuten waren alle Männer oben.

Auf dem Felsplateau bot sich ihnen ein Anblick der Zerstörung, verursacht durch Granaten und Bomben der alliierten Kriegsschiffe. Diese lagen im Ärmelkanal vor der normannischen Küste und hatten die Pointe du Hoc von dort aus beschossen. Jedoch fand das Ranger-Bataillon vor Ort keine gegnerischen Waffen, da diese vorher von den deutschen Soldaten weggebracht wurden. Um die Mittagszeit war die Pointe du Hoc in amerikanischer Hand.










 


 



Musée Mémorial d'Omaha Beach

Kurz vor dem Omaha Beach Mahnmal hatte ich das Musée Mémorial d'Omaha Beach am Straßenrand gesehen, wo ein Sherman Panzer und weitere Kanonen ausgestellt waren. Das Museum besuchten wir nicht, aber für ein paar Fotos musste ich nochmal kurz zurück. Dann ging die Fahrt am Omaha Strand für uns weiter.