Samstag, 5. September 2015

Schrägseilbrücke - Pont de Saint-Nazaire

Vom Bunker aus ging es mit dem frischen Kaffee im Becher wieder weiter auf die Straße. Heute wollen wir noch La Rochelle erreichen, natürlich auch um den dortigen U-Boot-Bunker zu besichtigen, aber auch weil es hier eine schöne Altstadt geben soll. 

Aus Saint-Nazaire fuhren wir dann über die Schrägseilbrücke Pont de Saint-Nazaire, die man auch vom Bunker aus schon sehen konnte. Ein ziemlich große und beeindruckende Brücke, die über die Loire führt.

Die 1974 erbaute Brücke wurde am 18. Oktober 1975 für den Verkehr freigegeben und war damals die Schrägseilbrücke mit der weltweit größten Stützweite. Das Bauwerk ist Teil der Route départementale RD 213 („Route Bleue“) und wird als Straßenbrücke genutzt.

Der Brückenzug ist 3356 Meter lang. Die Hauptbrücke ist bis auf die Pfeiler eine Stahlkonstruktion. Sie hat eine Länge von 720 Metern und ihre Spannweite beträgt zwischen den beiden Pylonen 404 Meter. Die beiden Seitenfelder besitzen Feldweiten von jeweils 158 Meter. Für Schiffe beträgt die maximale Durchfahrtshöhe 61 Meter bei Tideniedrigwasser, die Fahrbahn liegt dabei in 67 Meter Höhe. Die beiden rot-weiß angestrichenen Pylone aus Stahl stehen auf Stahlbetonpfeilern und erreichen bei einer Länge von jeweils 68 Meter eine Höhe von 131 Meter über Tideniedrigwasser. Sie verlaufen Λ-förmig von der Fahrbahntafel bis zur Spitze. Der Fahrbahnträger der Brücke, ein 14,8 Meter breiter und bis zu 3,4 Meter hoher Stahlhohlkasten, wird durch je 18 büschelförmig zur Spitze der Pylone gespannte Schrägseile gehalten. Die Durchmesser der Seile betragen 72 Millimeter bis 105 Millimeter.

Die Hauptbrücke wird von einer nördlichen und einer südlichen Rampenbrücke mit dem Festland verbunden. Die insgesamt 52 Stützpfeiler haben einen Regelabstand von 50,70 Meter. Diese Vorlandbrücken wurden als sogenannte Balkenbrücken errichtet, wobei für den Überbau Fertigteile aus Spannbeton verwendet wurden.






U-Boot-Bunker Saint-Nazaire

Der U-Bootbunker von Saint-Nazaire ist einer der fünf deutschen U-Boot-Stützpunkte, die während des 2. Weltkrieges an der französischen Atlantikküste errichtet wurden. Der 301 m lange Bunker wurde 1941/42 in nur 16 Monaten mit knapp einer halben Million Kubikmeter Beton gebaut. Mehrere hundert Mann waren hier bis Mai 1945 stationiert; Büros, Werkstätten, Krankenstation waren unter dem bis zu 9,60 m dicken Dach untergebracht. Er wurde an der Stelle des früheren Überseehafens, aus dem die Dampfer nach Mittelamerika ausfuhren, gebaut.

 Vor dem Zweiten Weltkrieg war Saint-Nazaire einer der größten Häfen an der französischen Atlantikküste. Während des Westfeldzuges erreichte die deutsche Armee im Juni 1940 Saint-Nazaire. Der Hafen wurde umgehend für U-Boot-Operationen genutzt. Als erstes erreichte U 46 Saint-Nazaire am 29. September 1940.

Im Dezember hat eine Kommission der Organisation Todt (Oberbauleitung Süd) den Hafen inspiziert, um Möglichkeiten zu untersuchen, einen luftangriffssicheren U-Boot-Stützpunkt zu bauen. Bald darauf begannen die Arbeiten zur Errichtung eines U-Boot-Bunkers unter Leitung von Ingenieur Probst. Das zum Bau ausgewählte Areal waren die Docks und Gebäude des Unternehmens Compagnie Générale Transatlantique. Die Gebäude dieses Unternehmens wurden zum Bau des Bunkers abgerissen. Der Bau begann im Februar 1941 mit den U-Boot-Boxen 6,7 und 8, die im Juni 1941 fertiggestellt wurden. Von Juli 1941 bis Januar 1942 wurden die U-Boot-Boxen 9 bis 14 gebaut und von Februar bis Juni 1942 die U-Boot-Boxen 1 bis 5. Die Arbeit wurde durch den Bau eines Bunkerturms abgeschlossen. 

Zwischen Ende 1943 und Anfang 1944 wurde eine befestigte Schleuse gebaut, um U-Boote während ihres Transfers von der Loire und den U-Boot-Boxen zu schützen. Die Schleuse ist 155 Meter lang, 25 Meter breit und 14 Meter hoch. Das Dach des Bunkers verfügt über eine Flakbewaffnung. 

Der Bunker ist 300 Meter lang, 130 Meter breit und 18 Meter hoch, was einer Fläche von 39.000 m² am Boden und einer Betonmenge von 480.000 m³ entspricht. Das Dach ist 8 Meter tief und besteht aus vier Schichten: Die erste ist eine 3,5 Meter dicke Platte aus Stahlbeton; die zweite ist eine 35-cm-Granit- und Betonschicht; die dritte ist eine 1,7 Meter dicke Schicht aus Stahlbeton, und die vierte ist eine als „Fangrost“ bezeichnete Schicht von Stahlträgern, die rund 1,40 Meter stark ist.

Im Jahre 1994 beschloss die Stadt Saint-Nazaire, das brachliegende Bunkerareal unter Beibehaltung der historischen Bauten zu einem Standort für verschiedene Museen umzubauen. Auch eine Disco und ein Cafe sind mittlerweile dort untergekommen.

Es ist auf jeden Fall beeindruckend durch den Bunker zu wandern. Zudem besteht die Möglichkeit, auch aufs Dach zu kommen, wo eine Art Bombenabfangstruktur zu sehen ist, die wohl nicht mehr fertiggestellt wurde.

Wir schauten uns alles fleißig an und besuchten auch die gegenüberliegende Seite der Schleuse, wo im Schleusengebäude noch ein U-Boot zur Besichtung untergebracht ist. Hier kochten wir uns auch noch einen schnellen Kaffee für unsere Thermobecher, es war schließlich schon 15 Uhr.


























Mittagspause am Fluss Vilaine

Wir waren ungefähr 1 Stunde in Richtung Saint-Nazaire unterwegs und uns packte der Hunger. Es war mittlerweile 12:30 Uhr und wir entschieden uns am Fluss Vilaine eine Pause einzulegen, wo wir im vorbeifahren einen schönen Platz entdeckt hatten.

Es gab eine schnelle 5-Minuten Terrine, etwas Brot und ein Kaltgetränk und wir genossen hier ein wenig das schöne Wetter. 

Eine knappe halbe Stunde später ging es weiter nach Saint-Nazaire, wo es wiederum einen großen U-Boot Bunker gab. Gegen kurz vor Zwei kamen wir dort an.





U-Boot-Bunker Lorient

Wir fuhren direkt zum U-Boot-Bunker Lorient, auch Keroman genannt. Es war nicht wirklich klar, ob wir das Gelände befahren durften, wir haben es aber einfach mal gemacht. 

Die U-Boot-Bunker in Lorient wurden während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Wehrmacht unter Leitung der Organisation Todt (OT) gebaut. Im U-Boot-Krieg war der Hafen der französischen Stadt Lorient am Fluss Blavet, ca. 5 km von dessen Mündung in den Golf von Biskaya entfernt, von Juni 1940 bis August 1944 größter Stützpunkt für die U-Boote der Kriegsmarine.

Die Bunkeranlagen erstreckten sich über mehrere Komplexe. Sie unterschieden sich insbesondere durch zwei außergewöhnliche Konstruktionen von allen anderen durch die Deutschen errichteten U-Boot-Bunkern des Zweiten Weltkriegs:

  • Die Slipanlage mit Drehscheibe und zwei sog. Dombunkern
  • Die Aufschleppanlage mit Schiebebühne am Bunker Keroman I und II

Alles hier zu erklären wäre zu viel des Guten, aber die Anlage bestand aus mehreren riesigen Gebäuden, die heute teilweise begehbar sind. Beispielsweise ist im Wasserdock mittlerweile ein Sportboothafen untergebracht. Mit einer keilförmigen Aufschleppanlage konnten die U-Boote aus dem Wasser auf die Schiebebühne zwischen den Gebäuden gezogen werden, wo heute noch ein französisches U-Boot ausgestellt ist. Mit der Schiebebühne konnten die Boote dann ins hinterliegende Trockendockgebäude geschoben werden.

Nachdem wir alles besichtigt hatte, fuhren wir weiter Richtung Süden, aufgehalten haben wir uns in Lorient nicht mehr. Es ging vorbei an der Stadt Vannes und wir bekamen so langsam Hunger, denn es war mittlerweile Mittagszeit.











 






Aufstehen, Frühstücken und auf nach Lorient

Gestern wurde es etwas später und wir waren erst gegen 1 Uhr im Bett. Zu gemütlich war es in unserem Zelt und die alkoholischen Getränke taten ihr übriges. Auch die Temperaturen und allgemein das Wetter waren hier schon besser als noch an der Normandieküste.

Und so wachten wir erst gegen 8 Uhr auf und riskierten einen Blick aus dem Dachzelt. Mit dem Blick aufs Wasser und der aufgehenden Sonne starteten wir direkt mit guter Laune in den Tag. Wir bereiteten unser Frühstück und machten uns dann gemütlich fertig. Heute wollen wir in Richtung Lorient aufbrechen, wo ein weiterer großer U-Boot-Bunker liegen soll. 

Die Ausfahrt vom Campingsplatz war nicht verschlossen und auch jetzt war kein Rezeptionist zu sehen. Wir wurden auch nicht von einem aufgesucht. Also verließen wir einfach den Platz und dankten für den schönen Schlafplatz. 

Gegen 10:40 Uhr erreichten wir dann Lorient, wo wir direkt den Bunker ansteuerten.