Sonntag, 6. September 2015

Bordeaux Besichtigung per Auto

Vom Bunker aus fuhren wir dann in die Innenstadt von Bordeaux. Wir hatten vorher ein paar Sehenswürdigkeiten rausgesucht, die wir abklappern wollten.

Unter anderem ging es am Place de la Bourse vorbei, zum Flèche de la Basilique Saint-Michel, zur Grande Synagogue de Bordeaux, zum Palais de Justice, über die Pont de Pierre und am Porte de Bourbogne vorbei, zum Place de la Victoire und an der Grosse Cloche vorbei. 

Alles sehr schön und man hätte sicher an einigen Orten verweilen können. Aber auch so waren wir schon wieder 1 1/2 Stunden unterwegs und wir wollten ja noch weiter. 

Wir verließen also Bordeaux mit dem Ziel die "Dune du Pilat" zu erreichen.


















U-Boot-Bunker Bordeaux

Von Bassens ging es in nur 12 Minuten zur ehemaligen Marinebasis in Bordeaux, am Fluss Garonne gelegen. Hier steht noch der U-Boot-Bunker von Bordeaux, den wir uns ansehen wollten. Mit dem Auto kam man auch direkt dran, besichtigen konnten wir ihn aber nicht.

Die auf französisch genannte "Base sous-marine de Bordeaux" war eine geschützte U-Boot-Basis der deutschen und italienischen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg im südfranzösischen Bordeaux. Die Basis unterstand dem deutschen Befehlshaber der U-Boot-Flotte Karl Dönitz.

Die Basis konnte bis zu 30 U-Boote beherbergen, hatte Trockendocks und zwei mit Schleusen verbundene Becken. Die nahegelegenen Kasernen beherbergten ein 250 Mann starkes Wachregiment.

Aufgrund der zunehmenden Bedrohung der Basis durch alliierte Luftangriffe beschloss Admiral Dönitz im Sommer 1941 die Errichtung eines U-Boot-Bunkers für die Basis in Bordeaux. Der Bau begann im September 1941. Der Bunker wurde aus Stahlbeton errichtet. Er ist 245 m breit, 162 m lang und 21 Meter hoch. Das Dach ist über den U-Boot-Buchten 9,0 m auch über dem hinteren Wartungsbereich und die Wände sind bis zu 6,0 Metern stark.

Am 15. Oktober 1942 wurde die deutsche 12. U-Boot-Flottille in Bordeaux von der Kriegsmarine unter dem Kommando von Korvettenkapitän Klaus Scholtz aufgestellt. Das erste deutsche U-Boot, das den Bunker benutzte, war am 17. Januar 1943 U 178. Die letzten zwei verbliebenen deutschen U-Boote verließen den U-Boot-Bunker in Bordeaux im August 1944, drei Tage bevor die Alliierten am 25. August 1944 die Basis besetzten. Das letzte verbliebene deutsche Marinepersonal versuchte sich nach Deutschland zurückzuziehen und wurde am 11. September 1944 von alliierten Truppen in Südfrankreich gefangen genommen.

Nach dem Krieg haben sich die U-Boot-Bunker aufgrund ihrer massiven verstärkten Konstruktion als nicht abreißbar erwiesen. Seit 2010, nach der Umwandlung vor einigen Jahren, sind rund 12.000 m² des 42.000 m² großen Gebäudes als Kulturzentrum für darstellende Künste, Ausstellungen und Abendveranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wir wollten nun die Innenstadt von Bordeaux sehen, allerdings möglichst per Auto, um nicht zuviel Zeit zu verlieren. Es war bereits wieder 16 Uhr.











Mittagessen bei einer alten Freundin nahe Bordeaux

Gegen 11:30 Uhr waren wir im Vorort Bassens angekommen, Zwischenstopps hatten wir nicht eingelegt. Wir fuhren also direkt zur Adresse von Elisabeths Haus. Tatsächlich liegt der Ort sogar auf unserer Route, da wir im Anschluss zum U-Boot-Bunker wollen.

Natürlich wurden wir freundlich begrüßt und ich bekam eine kleine Hausführung, gesehen hatte ich Elisabeth schon einige Jahre nicht mehr.

Ihr Mann kam dann zum Mittag mit reichlich großen Pizzen an und wir wurden zum Mittagessen auf der sonnigen Terrasse hinterm Haus eingeladen. Herrlich mal etwas anderes zu essen. 

Knapp drei Stunden hielten wir uns hier auf und machten uns dann in Richtung Bordeaux auf, nachdem wir uns natürlich für den Aufenthalt bedankten. Netterweise durften wir die restliche Pizza mitnehmen, welche heut noch ein schönes Abendessen bieten wird.




Frühstück bei Sonnenschein

Eine zweite Nach am Golf von Biskaya ging zuende und wir waren glücklich, dass das Wetter so mitspielte. Die Sonne kitzelte uns gegen 8:30 Uhr aus dem Dachzelt und bei strahlend blauem Himmel ließen wir uns ein Frühstück mit frischem Kaffee schmecken.

Heute wollen wir in Richtung Bordeaux aufbrechen. Hier steht der letzte der großen U-Boot-Bunker, den wir auf unserer Reise besichtigen wollen. Aber auch die Stadt wollen wir uns zumindest mal ansehen, bevor wir dann weiter in Richtung Süden aufbrechen.

Da eine Freundin von mir vor Jahren nach Bordeaux gezogen ist und dort mit ihrer Familie lebt, habe ich sie kurzfristig kontaktiert, ob wir für einen Besuch vorbeikommen können. Und tatsächlich dürfen wir Sie gegen Mittag in Bassens, einem Vorort von Bordeaux besuchen.

Der Plan stand also und wir machten uns auf den Weg, zunächst zur Freundin Elisabeth.





Samstag, 5. September 2015

Schlafplatz und Sonnenuntergang am Meer

Knapp unterhalb von La Rochelle fingen wir mit der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz an. Zunächst an den Stränden direkt, dann aber mangels Möglichkeiten eher auf Campingsplätzen. Letztlich wurden wir gegen 20 Uhr auf dem Campingplatz "Camping-spa A La Corniche", der westlich von Angoulins an einer kleinen Bucht mit Sandstrand liegt.

Einen direkt Standplatz am Meer gibt es leider nicht, aber eine schöne geschützte Ecke zwischen Hecken fanden wir trotzdem. Und vom Dachzelt sah man dann auch das Meer.

Da die Sonne gerade über der Bucht unterging, liefen wir erstmal zum Wasser und genossen hier einen traumhaften Sonnenuntergang. Menschen liefen hier auch nicht rum, wir waren quasi allein am Strand.

Mit den letzten Strahlen liefen wir wieder zum Auto zurück, um unser Lager für den Abend und die Nacht aufzubauen. Unser Klappzelt wanderte hinters Heck und wir kochten uns ein paar Nudeln.

Den Abend verbrachten wir dann wieder mit Kaltgetränken im Zelt.








Altstadtrundgang in La Rochelle

Nachdem die Bunkerbesichtigung eher ernüchternd war, fuhren wir nun in die Altstadt von La Rochelle, welche sehr schön sein soll. Wir parkten direkt am Hafen neben der alten Wehrmauer mit den alten Türmen Tour de la Lanterne und Tour de la Chaîne. 

Durch das Hafenportal, welches aus der Tour de la Chaîne und dem Tour St. Nicolas besteht, gingen wir in den kleinen Hafen Vieux Port. Wir schlenderten etwas durch die Straßen und Gassen, über einen Markt und an vielen kleinen Cafes vorbei. 

Wirklich schön hier. Die Sonne stand aber schon tief und für uns ging es nun wieder auf Schlafplatzsuche rund um La Rochelle, denn weit fahren wollten wir heut nicht mehr.













U-Boot-Bunker La Rochelle

Gegen kurz vor 18 Uhr kamen wir am U-Boot-Bunker in La Rochelle an, den wir zuerst ansteuerten. Leider zeigte sich, dass man ihn kaum sehen geschweige denn begehen kann, denn er ist komplett umzäunt und geschützt. Wir gingen einmal die nebenliegende Straße hoch und runter und machten ein paar Bilder, immerhin ein schönes Vergleichsbild zu einer Szene aus dem Film "Das Boot" war möglich.

Der Hafen von La Pallice in La Rochelle wurde ab 1940 von der deutschen Kriegsmarine als Stützpunkt für U-Boote genutzt. Im Frühjahr 1941 wurde mit dem Bau der Bunkeranlage begonnen. Innerhalb von nur sechs Monaten wurden die gedeckte Schleuse und der vom Meer gesehen linke Teil mit sieben U-Boot-Liegeplätzen errichtet. 1942 wurde die Anlage auf der rechten Bunkerseite um drei weitere Liegeplätze vergrößert. Der vorher am rechten Rand liegende kleine Kai blieb erhalten und war mit Zügen befahrbar. Der Bunker ist 192 Meter lang und 159 Meter breit. Die Dachkonstruktion besteht aus zwei Lagen Stahlbeton, die eine Stärke von je ca. 3,5 m haben. Die Gesamtdicke des Daches beträgt 7,3 Meter. Im direkten Umfeld entstanden zahlreiche kleinere Bunker. Sie dienten als Verteidigungsanlagen oder bildeten die Infrastruktur der Basis, wie unter anderem Lokschuppen, Kraftstofflager, Lazarett, Kraftwerk.

Die U-Boot-Hafenanlagen von La Pallice wurden im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Eine Art Stillhalteabkommen zwischen dem Festungskommandanten von La Rochelle, Vizeadmiral Ernst Schirlitz, und dem französischen Unterhändler, Fregattenkapitän Meyer, führten dazu, dass mit dem Tag der deutschen Gesamtkapitulation am 9. Mai 1945 die Stadt La Rochelle und die Hafenanlagen La Pallice unversehrt übergeben wurden.

Nach dem Krieg nutzte die französische Marine vor allem das Hauptbauwerk; noch in den 1990er-Jahren jedoch waren große Teile frei begehbar, teils auch das Innere. Das umliegende Gelände und das ehemalige U-Boot-Hafenbecken werden seit Mitte der 1990er-Jahre mehr und mehr als Handelshafen genutzt. Eine Besichtigung ist inzwischen nicht mehr möglich, da das umliegende Hafengelände nicht betreten werden darf.

Der U-Boot-Bunker von La Pallice diente als Kulisse für die Filme „Das Boot“ und „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“ sowie der neuen Sky-Serie "Das Boot" und wird heute teilweise von der französischen Marine als Lager genutzt.