Freitag, 4. September 2015

Le Mont-Saint-Michel

Knappe 1 1/2 Stunden später erreichten wir den Mont-Saint-Michel, zunächst aus etwas Entfernung am Strand zu sehen. Wir hatten uns extra nicht auf den Hauptweg zum Mont-Michel begeben sondern wollten in Strandnähe nach schönen Plätzen suchen, um den Mont-Michel sehen zu können. 

Wir starteten also auf der Ostseite und fuhren dann weiter westlich entlang des Strandes, sofern das denn möglich war. Immer wieder zeigte sich dabei der Mont-Michel. Auf die Insel bzw. den Berg kommt man heute nur noch mit Pendelbussen oder zu Fuß über einen erst vor einem Jahr eingeweihten neuen Steg. 

Der Parkplatz war schon gut gefüllt und ein Besuch der Insel hätte uns zu lang gedauert. Wir sind also weiter in Richtung Bretagne gefahren.

Hintergrundinfos:

Le Mont-Saint-Michel ist eine französische Gemeinde mit 25 Einwohnern (Stand 1. Januar 2021) im Département Manche in der Region Normandie. Die Gemeinde besteht aus der felsigen Insel Mont Saint-Michel in der Bucht des Mont-Saint-Michel im Wattenmeer der Normandie und Anteilen am Festland. Die Insel, die nach dem Erzengel Michael benannt ist, ist etwa einen Kilometer von der Küste entfernt. Bei einem Umfang von rund 830 m ist sie nur etwa 55.000 m² groß; die Gemeindefläche beläuft sich auf insgesamt 4 km². In der Nähe befinden sich die Mündung des Couesnon, die Stadt Avranches und die Grenze zur Bretagne. Die Landschaft heißt Avranchin.

Die ohne Bauten 92 Meter hohe Insel ist bekannt für die Abtei Mont-Saint-Michel. Die befestigte Abtei dominiert die kleine Insel und ist ein Beispiel für den normannischen Baustil (Beginn um 1022). Im Kloster lebten bis in die 1960er Jahre Benediktiner, seit 2001 Ordensleute der Gemeinschaften von Jerusalem, die dort gemeinsam mit der Gemeinschaft Sankt Martin die Wallfahrtsseelsorge betreuen.

Der Mont hat sich zu einer großen Touristenattraktion entwickelt, er wird jährlich von etwa 2,3 Millionen Menschen besucht. Seit 1979 gehören der Berg und seine Bucht zum Weltkulturerbe der UNESCO. In noch geringem, aber wachsendem Umfang wird er auch wieder von Pilgern besucht, unter anderem auch von Pilgern auf dem Jakobsweg. Er ist deshalb seit 1998 auch Teil des Welterbes Wege der Jakobspilger in Frankreich.











Airborne Museum - Sainte-Mère-Église

Wie fast in jedem wichtigen D-Day Ort hier in der Normandie gab es auch hier in Sainte-Mère-Église ein Museum, hier den Luftlandetruppen gewidmet, welche am D-Day den Ort befreien sollten.

Natürlich sind wir nicht ins Museum selbst, sondern haben uns nur im Außenbereich aufgehalten und einige Ausstellungsstücke angesehen. Ausgestellt ist hier beispielsweise eine Douglas C-47, welches die Luftlandetruppen per Fallschirm in der Normandie abwarf.

Danach entschieden wir uns die Normandie in Richtung Bretagne zu verlassen. Unser Tourziel ist es ja, einmal Frankreich zu umrunden. Wir ließen also Sainte-Mère-Église hinter uns und fuhren in Richtung Mont-Saint-Michel.








Frühstück und rein nach Sainte-Mère-Église

Nach einer schönen ruhigen Nacht machten wir unser Frühstück fertig, gingen nochmal duschen und machten uns dann gegen 9:40 Uhr auf in die Stadt, denn neben einem obligatorischen Museum gibt es hier auch noch die bekannte Église Notre-Dame-de-l'Assomption zu sehen, eine Kirche.

Bekannt wurde der Ort durch das Missgeschick des amerikanischen Fallschirmjägers John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment der 82. US-Luftlandedivision. Er blieb am frühen Morgen des D-Days mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich anschließend nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war. Außer ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mussten sie mit ansehen, wie ihre Kameraden im Kampf fielen. Russell berichtete später, dass Sergeant John Ray sie retten wollte, als er bemerkte, dass es ein deutscher Soldat auf sie abgesehen hatte. Der deutsche Soldat schoss Ray in den Bauch, der, als er zu Boden fiel, dem deutschen Soldaten in den Hinterkopf schoss und somit das Leben der beiden Fallschirmjäger Steele und Russell rettete. Die Übernahme des Ortes sollte durch die 82. US-Luftlandedivision erfolgen, tatsächlich haben wegen eines Absetzfehlers auch viele Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision daran teilgenommen.Heute erinnert eine Puppe an der Kirchturmspitze an den ungewollten Landepunkt der beiden Fallschirmjäger.






Donnerstag, 3. September 2015

Camping de Sainte-Mère-Église

Wir entschieden uns ins Landesinnere zu fahren, denn hier an der Küste würde es eh kaum geeignete Schlafplätze geben. Da es nun auch schon fast 20 Uhr war, wollten wir auch keine Experimente eingehen. Eine Dusche wäre auch nett, denn der Tag war lang und ereignisreich. 

Wir landeten also im für den D-Day berühmten kleinen Ort Sainte-Mère-Église. Hier gab es einen kleinen Campingplatz, auf dem wir einen schönen Platz ergattern konnten, der fast sich fast wie wildcampen anfühlte. In einer schönen Ecke unter einem Baum, umfasst von Hecken stehen wir nun etwas abseits der anderen wenigen Camper. 

Wir machten uns wieder ein paar Würstchen im Brötchen, denn Hunger hatten wir beide. In die Dusche sprangen wir dann auch noch, in einem Waschsaal der natürlich mit Landefallschirmen an der Decke geschmückt war.

Und so ließen wir den spannenden Tag bei ein paar Kaltgetränken ausklingen. Morgen wollen wir hier noch den Ort anschauen, dort gibt es ein paar spannende Sachen zu entdecken. Aber danach verabschieden wir uns schon von den Landungsstränden der Normandie und wollen in Richtung Mont-Saint-Michel.







Utah Beach - D-Day Landing Memorial

Auf der Suche nach einem Schlafplatz fuhren wir den Strand entlang in nördlicher Richtung. Die ausgeschilderten Parkplätze erwiesen sich als nicht geeignet, weil entweder zu viel Wind herrschte oder die Plätze von weither sichtbar waren. Unerkanntes Wildcampen war hier also nicht so einfach möglich.

Auf der Fahrt kamen wir dann am "Utah Beach D-Day Landing Memorial and Monument of the Landing of the French 2nd Armored Division" vorbei, welches ich mir noch kurz anschaute. Auch zum Strand bin ich noch schnell, wo viele Bunker entlang des Strandes zu sehen waren. Auch Überbleibsel der alten Landungsstege sind hier noch zu finden.










Utah Beach - D-Day Landungsstrand

Gegen 18:45 Uhr kamen wir endlich am Utah Beach an, einem der damaligen D-Day Landungsstrände. Hier findet man ein großes Museum, welches wir nicht besucht haben, und einige weitere Ausstellungsstücke im Freiluftgelände. Unter anderem beispielsweise ein originales Higgins-Landungsboot, mit welchem die Soldaten an den Strand gefahren wurden. Aber auch ein Sherman Panzer ist hier ausgestellt.

Das 1962 eröffnete Musée du Débarquement (Landungs-Museum) liegt an der Stelle, an der ein deutscher Bunker den Küstenabschnitt sicherte. Er konnte am Morgen des 6. Juni 1944 durch den amerikanischen Angriff zerstört werden. Insbesondere an hier beteiligte US-Truppenteile wird erinnert: die 4. US-Infanteriedivision und deren 8. Infanterieregiment, die 101. US-Luftlandedivision.

Neben einem Landungsboot und vielen kleineren mit dem Krieg zusammenhängenden Ausstellungsstücken zeigt das Museum einen der wenigen noch existierenden mittelschweren amerikanischen Bomber vom Typ Martin B-26 „Marauder“. Es wurde nach einer Erweiterung 2011 neu eröffnet.

Direkt gegenüber dem Utah Beach D-Day Museum liegt das "Le Roosevelt Café" oder auch Memorial Bar genannt, dessen Gebäude auch schon beim D-Day stand. Im Café finden sich viele Erinnerungsstücke vom D-Day und ein kleiner Souvenirladen. Die Küche des Café und die Toiletten sind als Besonderheit in dem angeschlossenen deutschen Bunker untergebracht, der schon damals mit angedeuteten Fenstern bemalt war. Es war allerdings bei unserem Besuch geschlossen.

Wir drehten eine Runde und schauten uns alles mal an. Die Sonne ging langsam unter und wir mussten noch einen Schlafplatz für die Nacht suchen.